> 70 Jahre  

Die Menschen werden heute bei besserer Zahngesundheit immer älter. Oft wird von betagten Patienten eine an sich notwendige  Behandlung größeren Umfangs mit dem Argument beiseite geschoben, man sei schon zu alt und der Aufwand lohne sich nicht mehr.

  Dies ist eine Entscheidung, die der Patient nur selbst, evtl. zusammen mit seinen Angehörigen, treffen kann, zumal diese Frage oft gleich beim ersten Besuch in der Praxis aufkommt.

Für einen Zahnarzt ist es sehr schwer, die sozial-ökonomischen Aspekte einer aufwendigen Zahnbehandlung bei sehr betagten Patienten auf Anhieb richtig einzuschätzen.

Es ist schon schwer genug, die rein zahnärztliche Seite richtig zu beurteilen.  Da zählen hauptsächlich der Lockerungsgrad der Zähne und im geringeren Maße die Qualität der Zahnsubstanz. 

Da man weiß, wie schwierig es gerade für ältere Menschen ist , sich an eine neue, erste Vollprothese zu gewöhnen, lohnt es sich aus unserer Sicht auch bei betagten Patienten (wenn nicht die Lebenserwartung aufgrund schwerer Allgemeinerkrankung voraussichtlich sehr begrenzt ist), wichtige erhaltungswürdige Zähne zu restaurieren, und zwar ganz besonders im Unterkiefer.

Manchmal habe ich, was den Nutzen und die Tragedauer eines Zahnersatzes betrifft, bei einer 80jährigen Patientin ein besseres Gefühl als bei einer 60jährigen. Maßgeblich für den Erfolg sind, wie gesagt, hauptsächlich der Lockerungsgrad und die Qualität der Zahnsubstanz.

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